Donnerstag, 13. März 2008

Eine Woche auf Ko Phi Phi

Hospet, der 13.03.2008

Thailand

„Sawasdee kha(aaa)b!“ wie man in Thailand sagt. Hallo zusammen.

Bevor wir losgefahren sind, mussten wir unseren Kindern erklären, wo Thailand liegt und versprechen, dass wir nach drei Wochen wiederkommen. Wir haben unser Versprechen natürlich gehalten und sind wieder „daheim“ in Hospet. Und auch wenn die Wiedersehensfreude mit den Kindern keine Grenzen kannte, ein bisschen vermissen wir schon die vielen Annehmlichkeiten Thailands und träumen noch gerne von weißen Stränden, zerklüfteten Felseninseln, bunten Korallenriffen, sauberen Straßen und gutem Essen...

Eigentlich hatten wir uns ja geschworen, nie wieder einen Sleeper-Bus auf Indiens Straßen zu testen, aber der Reisbüro-Kauz mit der grünen Schildmütze hatte uns nach langem Hin und Her überzeugt. Die Fahrt ging nach Bangalore und war tatsächlich angenehmer als die letzte Busreise. Jeder von uns beiden hatte seine eigene Liege und eine Decke. Um sechs Uhr morgens wurden wir aus dem Halbschlaf gerissen, weil jemand „Bangalore, Bangalore, Bangalore“ brüllte. Wir waren bereits da und draußen lauerte schon eine Heerschar Rikschafahrer mit Wucherpreisen auf uns. Nach einem kurzen Telefonat mit Oberfather George-Mathew und radikalen Preisverhandlungen wurden wir für sechzig Rupien ins Büro von BREADS gefahren. Dort stand ein Zimmer für uns bereit und wir konnten noch ein bisschen schlafen.
Am Abend ging der Flug nach Bangkok. Der freundliche Lieferwagen-Inder von vor einem halben Jahr brachte uns zum Flughafen, dann wurde eingecheckt, die beiden Rucksäcke gewogen und ein Formular ausgefüllt. Beim Durchleuchten unseres Handgepäcks lernten wir ein junges Pärchen aus der Schweiz kennen, die mit uns im Flieger saßen.
Die Stewardesse begrüßten uns an Bord der Thai Airways Maschine mit dem landestypischen Wai-Gruß, indem sie die Handflächen aneinanderlegten, mit dem Kopf nickten und „Sawasdee khaa“ sagten. Der Flug dauerte 3 Stunden und 45 Minuten. Es gab Cola, Saft und Wein, wahlweise Lamm oder Huhn mit Reis, ein paar Erdnüsse und Kopfhörer mit Wackelkontakt. Letzteres störte kaum, da der gezeigte Bordfilm wenig Sinn besaß und die Wiedergabe als Stummfilm vollkommen ausreichte.
Landeanflug International Airport Bangkok, es war vier Uhr morgens und durch die kleinen Bordfenster sahen wir wieder auf ein leuchtendes Lichtermeer herab. Der Flughafen war der Wahnsinn, vergleichbar mit dem in Frankfurt, vielleicht sogar noch größer. Alles war sauber und modern. Die Fahrt auf dem Transportband durch die vielen Gates war wie eine Tour durch ein Museum für thailändische Kunst. Gemälde, Mosaike, Figuren, Masken. Dazu Musik. Und bewacht wurde der hochmoderne Palast aus Stahl und Glas von meterhohen, bunten Kriegerstatuen. Am Ende des Fliesbandes standen die mit uns angekommenen Inder Schlange, um die Visa-Anträge auszufüllen und gegebenenfalls noch ein Passfoto von sich machen zu lassen. Da wir einen deutschen Reisepass besaßen, konnten wir uns diese zeitraubende Tortour ersparen. Wir bekamen völlig unkompliziert ein vierwöchiges Touristenvisa. Genauso einfach war es, mit der Visa-Karte an die nötigen Bahts, an das thailändische Geld, zu kommen. Zwei Frauen zählten am Schalter in rekordverdächtiger Geschwindigkeit die Scheine. Effektiv und schnell, wie es der Deutsche will – den Inder wird es verblüffen.
Am Flughafenausgang warteten bereits die Riksc..., nein Tuktuk-Fahrer auf uns. Das Gefährt sieht ein wenig anders aus, hat zwar auch drei Räder, ist aber hinten offen und bietet mehr Beinfreiheit für den Fahrgast. Eines ist aber gleich, Rikscha- und Tuktuk-Fahrer sind geldgierige Schlitzohren, die aus der Unkenntnis der Touristen eine Menge Geld machen. Tausend Baht (21 Euro) sollte die Fahrt zum Bahnhof kosten – die reinste Zumutung. Wir legten jeder noch vierzig Euro drauf und nahmen den Inlandflug nach Phuket. Die Fahrt mit dem Zug hätte mehr als 19 Stunden gedauert, der Anschlussflieger brachte uns in nur neunzig Minuten auf die südliche Insel Phuket. Dort angekommen, nahmen wir ein Taxi zum Fährenanlegeplatz. Der Taxifahrer war sehr gesprächig, sprach aber wie die meisten Thais ein Englisch, welches kein „R“ zu kennen schien. Das machte die Fahrt umso lustiger und wir hätten wohl mehrere Male lauthals losgelacht, hätte sich der Mangel an Schlaf nicht so stark bemerkbar gemacht. Mit schweren Lidern saßen wir im Auto, schmunzelten müde über die Aussprache des Fahrers und staunten über das Tempo, mit dem wir über die makellos asphaltierten Straßen rasten.
Unser Ziel war Ko Lanta, eine schmale Insel auf der Festlandsseite der Phang Nga Bucht. Dort wollte sich Martin mit drei Freunden treffen, die er noch von der Arbeit in Deutschland kannte. Die Fähre kreuzte die Bucht, legte einen kurzen Zwischenstopp auf Ko Phi Phi Don ein und erreichte am Nachmittag den Hafen Ko Lantas. Das letzte Stück unserer Reise bewältigten wir mit dem Kleinbus. Nach einem kurzen, obligatorischen Hallo fiel ich völlig übermüdet auf die ebenerdige, weiche Matratze unseres Bungalows im „Andaman Sunflower“ Beach Resort. Die Ferienanlage lag direkt am Strand, es gab einen Yoga-Tempel, einen Volleyballplatz und weißgeflieste Duschen in den kleinen Palmenhütten - ein Traum! Nach fünf Stunden Schlaf gab es Abendessen und ich lernte Gunther, Lea und Jonas („Jones“) näher kennen. Die drei nannten sich Dialoger und bequatschen Passanten auf der Straße, für diverse Hilfsorganisationen Geld zu spenden. Wer gut ist, Leute um den Finger wickeln und den moralischen Aspekt vernachlässigen kann, verdient dicke Provisionen dabei. Gunther war der Feinschmecker mit Sinn für Stil und Ästhetik, Lea die immer gut gelaunte Thailand-Expertin und Jones die sich selbst geil findende, aber sehr unterhaltsame Nonstop-Labertasche. Die deutsche Chefin des Resorts hieß Alex(andra) und war eine Freundin von Lea. Sie hatte auch 2007 ihr Abitur gemacht und leitete nun in Vertretung ihres kranken Vaters die gesamte Ferienanlage, von der Buchhaltung bis zum Kellnern. Wir quatschten bis spät in die Nacht und aßen die besten Frühlingsrollen („Spling lolls“) von ganz Thailand.
Am nächsten Nachmittag frühstückten wir – den Schlafmangel ausgeglichen und fit für die restlichen verbleibenden Stunden des Tages. Wir mieteten uns fünf Motorroller und fuhren zur nächsten Ortschaft, in irgendein Touristennest im Norden der Insel. Dort shoppten wir allerlei Touri-Kram: Taucherbrillen, Schnorchel, Luftmatratzen, Badeshorts, T-Shirts und Halsketten. Während (Indiana) Jones seinen weißen Hut kaufte, war ich auf der Suche nach einem preiswerten Handtuch. Die Verkäuferin wollte 500 Baht haben. Ich lachte, sie lachte, wir beiden lachten uns eine Minute an. Sie fragte sich sicher, wie ich als weißer Tourist keine 10 Euro für ein Handtuch ausgeben kann und ich lachte, weil ich in Indien für das Geld fünf Handtücher bekommen könnte. Ohne den anderen richtig verstanden zu haben, einigten wir uns auf 250 Baht.
Wir blieben noch einen weiteren Tag auf Ko Lanta, dann nahmen wir die Fähre nach Ko Phi Phi Don, einer kleinen, zerklüfteten und dschungelbewachsenen Felseninsel in der Bucht von Phang Nga. Nach ein paar Anlegeschwierigkeiten mit der Fähre konnten wir schließlich an Land gehen und in der touristisch erstaunlich gut erschlossenen „Pipi City“ nach einer Unterkunft suchen. Die vielen Reisbüros machten es einem ziemlich leicht, aber Lea kannte eine gute Adresse etwas außerhalb der überlaufenen Touristengegenden. Zimmer waren dort noch frei und so nahmen wir ein Longtail-Taxiboot, welches durch einen umgebauten Rasenmähermotor angetrieben wurde. Der thailändische Bootsmann setzte uns an einem langen Sandstrand aus. Wir mussten den letzten Teil des Weges zu Fuß bewältigen. Der Pfad zur versteckten und fast menschenleeren Ao Poh Bucht führte uns über einen dschungelbewachsenen Hügel mitten durch die unberührte Wildnis.
Im „Ao Poh Penninsula Beach Resort“ fanden wir kleine strohbedeckte Palmenhütten vor, die an einem Hang errichtet waren und die keine zwanzig Meter vom weißen Sandstrand und dem türkisblauem Wasser entfernt waren. Die Bar war ziemlich urig eingerichtet, überall hing Strandgut, Muscheln dienten als Aschenbecher und Hängematten waren zwischen die Palmen gespannt. Hinter dem Tresen stand ein Hippie-Franzose und rührte Cocktails, tropisch relaxt und im Einklang mit sich selbst. Eine sechsköpfige Auswandererfamilie aus Frankreich hatte sich hier vor ein paar Jahren niedergelassen und diese Anlage gegründet. Die temperamentvolle Oma (wir nannten sie liebevoll „Good Witch“) war das Herzstück des Ladens und sie vertrat sehr eigenartige Positionen zu Politik und Religion.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit sonnen, baden und schnorcheln. Schwamm man ein paar Meter weiter raus, so konnte man viele bunte Fische, Seeigel, Korallen, Seegurken und sogar einige Moränen beobachten. Auch Kugelfische gab es, die sich aber leider nie aufblasen wollten, wenn ich sie zu erschrecken versuchte. Lea nahm ein Sonnenbad, Gunther und Martin trieben mit der Luftmatratze über das glasklare Wasser und Jones sammelte mit der Leidenschaft eines sechsjährigen Jungen unzählig viele Muscheln. Dabei kannte er keine Kompromisse, mehrere Einsiedlerkrebse mussten aus ihrem angestammten Schneckenhaus ausziehen und sich ein neues Quartier suchen.
Am nächsten Tag hatten wir ein Boot gemietet, welches uns zur Tochterinsel Ko Phi Phi Leh brachte - eine atemberaubend schöne Insel aus Kalksteinfelsen, die steil aus dem Wasser ragten und ebenfalls mit Urwald bedeckt waren. Wir fuhren in eine kreisrunde Bucht, die nur durch eine kleinen Öffnung mit dem offenen Ozean verbunden war. Der eingeschlossene Strand, an dem wir anlegten, war ein gut besuchtes Ausflugsziel. Seitdem in dieser Bucht, der („Maya Bay“), der Hollywoodstreifen „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio gedreht wurde, nahmen die Touristenströme kein Ende mehr. Natürlich wollten auch wir DEN Strand sehen, von dem so viele Leute schwärmten. Und tatsächlich, der Sand war so weiß, dass man die Augen zukneifen musste und das kristallklare Wasser war so warm wie in einer Badewanne...
Den Abend verbrachten wir Fünf in der „Pipi City“, aßen Salamipizza oder gegrillten Fisch, tranken Cocktails und spielten Billard mit einem Neuseeländer und einem Engländer. Gegen 2 Uhr nachts brachte uns das Longtail-Taxiboot wieder zur Ao Poh Bucht zurück. Da der Bootsmann bei den Felsen Gefahr lief aufzulaufen, mussten wir ins brusthohe Wasser springen und mit dem Gepäck auf dem Kopf die letzten fünfzehn Meter zum Ufer laufen. Glücklicherweise leuchtete uns der Vollmond den Grund aus, sodass wir Steinen und Seeigeln geschickt ausweichen konnten. Am Strand stand bereits die gute alte Good Witch, winkte und lachte: „Er hätte überall sicher anlegen können, nur an dieser einen Stelle, die er ausgesucht hat, ist es umständlich.“
Umständlich wurde es auch am nächsten Abend. Ich hatte mich recht früh von Martin und seinen Freunden in der Stadt verabschiedet und mich allein auf den Rückweg zur Ao Poh Bucht gemacht. Ich wollte das Geld für das Taxiboot sparen und entschied mich zu Fuß über den Berg und durch den Urwald zu laufen. Leider war gerade der Vollmond hinter einer dicken Wolkendecke verschwunden und mein Handyakku machte schlapp, sodass ich kein Licht hatte, um mir den schmalen Pfad durch den Dschungel auszuleuchten. Ich fragte in einer Poolbar nach einer Taschenlampe. Hatten sie nicht. Aber eine Kerze, die sie mir anzündeten. (Das Feuerzeug wollten sie mir leider nicht geben, das brauchten sie selbst.) Und so lief ich kurz darauf mit flackernder Flamme den geteerten Resort-Weg zum Dschungel hinauf. Gerade wollte ich in den finsteren Urwald marschieren, als ein Windstoß kam und die Kerze ausblies. Weit und breit kein Mensch. Nein, ich nehme nicht das überteuerte Taxiboot! Noch ein Versuch war es wert. Ich zurück, Berg runter, Feuer geholt, Berg rauf, Wind, Kerze wieder aus. Frustriert nahm ich am Ende doch das Wasser-Taxi. Gerade saß ich im Boot, als der Mond hinter der Wolkendecke hervorbrach und mich – (so hab ich es empfunden) – mit seinem hellen Licht auslachte.
In der Strandbar von Ao Poh trank ich noch einen Eistee und redete mit Good Witch und dem einheimischen Barmann Fresan über die Tsunami-Katastrophe von vor drei Jahren, die auf Ko Phi Phi 700 Todesopfer gefordert und die Touristenstadt fast vollständig zerstört hatte. Fresan meinte in seinem schlechten Englisch, dass an dem 26. Dezember 2004, an dem die große Welle kam, jeder Familienangehörige und Freunde verloren hat. Jeder hätte da seine eigene leidvolle Geschichte zu erzählen. Good Witch fügte hinzu, dass die meisten Hilfsorganisationen ziemlich viel Zeit mit Nachdenken und tatenlosem „Krisenmanagement“ vergeudet haben. Sie lobte die Malteser, die hätten sofort mit angepackt und bei den Aufbauarbeiten mitgeholfen. Ich trank meinen Eistee aus und kroch unter mein Moskitonetz.
Am nächsten Morgen wurde ich durch einen lauten Knall und fürchterliche Schreie geweckt. Ich sprang aus dem Bett. Es war die alte Good Witch! Sie hatte zwei Katzen auf dem Arm, einen Besen und ein rotes Tuch in der Hand und hüpfte wie von der Tarantel gestochen um die Bungalows. Was ist los? „Wild Monkeys!“ Ihr temperamentvoller Einsatz galt einer Horde wilder Affen, die in den Ästen turnten. Keifend entzündete sie einen nächsten Knallfrosch und warf ihn ins Gestrüpp. Knall. Die Affen verschwanden im Wald. Good Witch beruhigte sich wieder und erklärte mir, dass sich die Affen gerne die jungen Katzen schnappen und mit ihnen spielen, bis sie tot sind.
Die Inselgruppe Ko Phi Phi ist bekannt für ihre hervorragenden Tauchgründe und artenreichen Korallenriffe. Da das Schnorcheln an der Wasseroberfläche schnell eintönig wurde, buchten wir bei Philippe und Tchibo, den beiden französischen Tauchlehrern des resorteigenen Manta Clubs, einen Eintageskurs für Anfänger. Nach einer einstündigen Einweisung in Druckausgleich und Atemtechnik unter Wasser ging es los in Richtung Ko Phi Phi Leh. Unterwegs bekamen wir noch die Sauerstoffflaschen ins Boot gereicht. Die ganze andere Ausrüstung befand sich schon an Bord. Lange fuhren wir nicht bis der Kapitän im Schutz der Brandung den Rasenmähermotor stoppte und bis uns Tchibo die Neoprenanzüge reichte. Wir zwängten uns hinein, schnallten den Bleigürtel um unsere Hüften und zogen die Taucherweste mit der Flasche und den Schläuchen über. Als wir auch das Paar Flossen an den Füßen und die Taucherbrille auf dem Kopf hatten, konnte es endlich losgehen. Wie es sich gehört, ließen wir uns rücklings über die Bootskante fallen und waren sofort umgeben von einem Schwarm ziemlich neugieriger, bunter Fische. Das Wasser war an dieser Stelle nicht sehr tief, nur drei Meter und perfekt für die ersten Übungen. Gleichmäßig ein- und ausatmen, Druck ausgleichen, Zeichensprache wiederholen. Alles kein Problem. Wir knieten in einem Kreis auf dem sandigen Grund und gaben am Ende der Übungen alle das wortlose OK für den bevorstehenden Tauchgang. Der Boden fiel langsam ab, wir folgten dem Gefälle und der Wasserdruck nahm zu. Nasenflügel zuhalten und Luft ausatmen, es knackste kurz beim Trommelfell und der Schmerz im Ohr war weg. Die Fische wurden immer schöner und die Korallen immer größer, je tiefer wir kamen. Nach einer Weile stießen wir auf eine senkrechte Felswand, die sich wie eine Mauer vor uns aufbaute. Ich vergaß kurzzeitig einzuatmen, denn uns bot sich durch die leicht beschlagene Taucherbrille ein Anblick solch erhabener Schönheit, dass es mir den Atem verschlug. Überall wimmelte es nur so von Leben, Fische wuselten in allen Formen, Farben und Größen umher. Die Korallen sahen aus wie gigantische Blumenkohle, adrige Riesenfarne, eimergroße Schlote. Überall leuchtete, blinkte, regte und bewegte es sich. Die bunte Korallenwand sah aus wie eine Schaltzentrale, wie ein unterseeisches, phantasievolles Armaturenbrett mit Millionen Meeresbewohnern: Seeanemonen, Kugelfischen, Fetzenfischen, anderen tropische Fischen mit Streifen und rüsselartigen Nasen, „Nemo“-Clownfischen, lang gezogenen Stäbchenfischen, Moränen, Krebsen, Muscheln, Schnecken und so vielem mehr. Tchibo erkundigte sich regelmäßig nach unserem Wohlbefinden, wir formten Daumen und Zeigefinger zum runden OK-Zeichen. Aber der Tauchgang war mehr als nur OK, ein unvergessliches Erlebnis! Nach einer dreiviertel Stunde tauchten wir langsam wieder auf und fanden uns etwa fünfzig Meter vom Boot entfernt. Wir ließen Luft in unsere Westen und schwammen zur Leiter, während wir schon die ersten Sichtungen auswerteten. Eine Stärkung bestehend aus Reis mit Salat, Ei und Shrimps gab es in der Maya Bucht. Dann kehrten wir in die bizarre Unterwasserwelt zurück, aber in tiefere Gewässer. Gunther war an Bord geblieben, weil er noch ein bisschen Ohrenschmerzen vom ersten Tauchgang hatte. Ich tauchte beim zweiten Mal auch etwas zu schnell ab und der Druckausgleich bewirkte keine Linderung der Schmerzen im Ohr. Ich gab Tchibo ein Zeichen, wir schwammen zwei Meter nach oben und ich konnte mich langsam an den vorherrschenden Druck gewöhnen. Dann tauchten wir wieder tiefer und ich machte Fotos mit der gekauften Unterwasser-Einwegkamera. (Leider sind diese Bilder nichts geworden, weil es in zwölf Metern Tiefe einfach zu dunkel war.) Nach einer dreiviertel Stunde ließen wir uns dann wieder langsam nach oben steigen. Tchibo meinte an Bord des Bootes einen Hai gesehen zu haben, aber der wäre so scheu gewesen, dass er sofort abgehauen sei, als er uns gesehen hat. Er hatte mehr Angst vor uns als umgekehrt. Pünktlich zum Sonnenuntergang und zum Barbecue-Abend ging es wieder zurück zur Ao Poh Bucht.
Jaja (= Name!), der thailändische Koch, legte gerade Fische, Kalamarisrümpfe, Fleischspieße, Kartoffeln und Pilze auf den Holzkohlegrill. ...Jaja...

Nach zehn traumhaften Tagen auf Ko Phi Phi war für Gunther und Jones das Ende ihres Urlaubs gekommen. Sie flogen nach Deutschland zurück. Martin, Lea und ich wollten weiter durch Thailand reisen. Allerdings hatten wir unterschiedliche Vorstellungen. Martin und Lea wollten nach Phuket und Party machen, ich wollte lieber in der Nähe von Krabi, auf der anderen Seite der Phang Nga Bucht, einen Nationalpark besuchen. Und so kauften wir zwei thailändische SIM-Karten für das Handy, um in Kontakt zu bleiben und verließen Ko Phi Phi Don auf zwei unterschiedlichen Fähren. Ich hatte damit gerechnet, die nächsten Tage auf mich allein gestellt zu sein.

Ich mach jetzt mal wieder eine Schreibpause, andernfalls tipp ich mir noch die Finger wund. Die Kinder warten auch schon draußen. =) Fortsetzung folgt.

In der Hoffnung, dass es euch auch allen gut geht, beste Grüße
Euer Benedikt

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